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Linkin Park: Ein Jahr nach Chester Benningtons Tod

Zum ersten Todestag von Chester Bennington

Linkin Park: Ein Jahr nach Chester Benningtons Tod

Am 20. Juli 2017 erschütterte eine Nachricht die Musik-Welt: Linkin-Park-Frontmann Chester Bennington ist tot, er wurde nur 41 Jahre alt. Ein Jahr danach haben Fans, Kollegen, Freunde und Familie seinen Tod noch nicht verarbeitet.

Die Meldungen, Vermutungen und Spekulationen verbreiteten sich rasend schnell rund um den Globus. Ein Tweet von Bandkollege Mike Shinoda sorgte für traurige Gewissheit: "Es ist wahr." Chester Bennington ist tot. Am Ende hatte der Musiker den Kampf gegen seine Depressionen verloren. Seit diesem Tag klingen die Songs von Linkin Park etwas trauriger.

Chester Benningtons verlorener Kampf

Drogen, Alkohol, Missbrauch – Chester hatte in einem Leben viel aufzuarbeiten. Das tat er meist mit seiner Musik. Einen besonders tiefen Einblick in sein Gefühlsleben gewährte der Sänger 2017 im Song "Heavy". "Warum ist alles nur so schwer", fragt er im Refrain immer wieder. Der Song stammt von "One More Light", Linkin Parks letztem Album. Die Platte hört sich ungewohnt poppig an. Kein Vergleich zum Rocksound der Band, wie etwa auf ihrem Debüt-Album "Hybrid Theory" aus dem Jahr 2000. Während der Arbeit an "One More Light" hatte Chester eine schlechte Phase, wie sein Bandkollege und Freund Mike Shinoda im Interview mit der Website "jetzt.de" im Juni 2018 verriet: "Viele Menschen unterstützten ihn, viele haben ihn aber auch regelrecht fertiggemacht, weil sie nicht einverstanden waren mit den klanglichen Entscheidungen, die wir auf 'One More Light' getroffen hatten. Er war sauer, weil die Leute so widerlich zu ihm waren. Die Verrisse des Albums haben ihn sehr verletzt."

Die Zukunft von Linkin Park ohne Chester Bennington

Mike Shinoda ist derzeit solo auf Tour. Die Trauer um seinen Bandkollegen verarbeitete er in seiner Musik – genauso hätte es Chester wohl auch getan. "Für mich kam keine andere Option infrage, mich mit dem, was passiert ist, auseinanderzusetzen", erklärt der Musiker im Interview. Seit Juni tritt er mit seinem Live-Programm auf. Er spielt sowohl Songs seines eigenen Projekts als auch Musik von Linkin Park. Die Zukunft der Band ist jedoch noch ungewiss. "Wir haben keine Pläne", so Shinoda.

Um Chesters Depressionen wusste er immer. Er sei offen mit seiner Krankheit umgegangen. Die Bandmitglieder hatten immer aufeinander aufgepasst. "Doch manches, was in einem Menschen vorgeht, bekommst du nicht zu Gesicht." Um Chester zu ehren, engagiert sich dessen Witwe Talinda Bennington sehr für unter Depression leidende Menschen. Nach dem Tod ihres Mannes postete sie auf Twitter Videos und Bilder, die den Linkin-Park-Frontmann ausgelassen und glücklich erscheinen ließen. Dabei machte die 41-Jährige stets klar, wie kurz vor dem Tod diese Aufnahmen gemacht wurden, und dass man den Betroffenen die Krankheit nicht ansehen kann.

Kampf gegen Depression geht weiter

Zu seinem Geburtstag am 20. März rief Talinda zu ihrer Aktion "320 Changes Direction" auf. "13 Jahre lang habe ich mit angesehen, wie mein Mann Chester mit Depressionen und Sucht kämpfte. Ich habe mich oft verängstigt und allein gefühlt", erklärt sie auf der Website ihrer Initiative. "Nachdem mein Mann seinen Kampf gegen Depressionen und Sucht verloren hatte, wusste ich, dass ich im Bereich der psychischen Gesundheit etwas verändern musste."

Das Datum für seinen Freitod wählte Chester Bennington wohl sehr bewusst aus: Der 20. Juli ist der Geburtstag seines guten Freundes Chris Cornell. Der Soundgarden-Frontmann war am 18. Mai 2017 im Alter von 52 Jahren gestorben. Er hatte sich nach einem Konzert das Leben genommen. Das hatte Chester schwer getroffen, wie ein Freund dem US-Promiportal "TMZ" verriet. Ähnlich schwer habe wohl auch sein Tod seine Freunde, Fans und Familie getroffen.

Hilfe bei Depressionen gibt die Telefonseelsorge. Diese ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

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Autor: Simone Vinnbruch