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Johnny Depp & Hollywood Vampires: Legendäres Konzert in München

Depp covert Bowie

Johnny Depp & Hollywood Vampires: Legendäres Konzert in München

Am Mittwochabend konnte man aus der Musikarena auf dem Tollwood-Gelände nicht nur laute Musik hören, sondern auch viel Gekreische: Zum 30. Jubiläum des Festivals gaben sich hier wahre Musiklegenden die Ehre – und Schauspieler Johnny Depp. Die Hollywood Vampires eröffneten mit ihrem Konzert das diesjährige Tollwood und rockten rund 90 Minuten lang das Zelt. Allen voran Gründungsmitglied Alice Cooper (70) und an seiner Seite Aerosmith Gitarrist Joe Perry (67).

Seit 2015 gehört auch Johnny Depp zu dieser Supergroup aus Hard Rockern. Als sich Depp und Cooper bei den Dreharbeiten zu "Dark Shadows" (2012) kennenlernte, war für Depp schnell klar, dass er Teil dieser Cover-Band werden will, die es in wechselnder Formation seit den frühen 1970er-Jahren gibt. Selbstverständlich garantiert seine Anwesenheit bei den Konzerten den Kreisch-Faktor, wie in München. Dass seine Gitarre neben diesen exzellenten Musikern (Glen Sobel Drums, Chris Wyse Bass, Tommy Henrikson Gitarre, Buck Johnson Keyboard) eher wie Staffage wirkte und sein Gesang inklusive Textsicherheit als "so lala" zu bezeichnen ist – das störte das Gesamtbild des Konzertes allerdings überhaupt nicht.

Johnny Depp haucht David Bowies "Heroes" ins Mikrofon

Die Hollywood Vampires nehmen zwar auch eigene Songs auf, aber wie großartig waren an diesem Abend vor allem ihre Cover-Versionen von Songs der größten Musiker aus dem Bereich Rock bisher: Sobald die Keyboardklänge von The Doors'‘ "Five To One/ Break On Through" zu hören waren, flippte das Publikum völlig aus. Endgültig nicht mehr zu halten waren schließlich alle, als Johnny Depp plötzlich David Bowies "Heroes" anstimmte. Auch egal in diesem Moment, dass er doch besser bei der Schauspielerei bleiben sollte, als seine Karriere als Musiker weiter zu verfolgen.

Alles in allem war das Konzert ein großartiges Live-Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Und das nicht zuletzt wegen der fulminanten Bühnenpräsenz von Alice Cooper selbst, dem Direktor dieses Vampir-Zirkus.

Die Hollywood Vampires sind als Gruppe einzigartig, entstanden sie doch, so zumindest die Legende, aus einer Suff-Laune heraus, natürlich von Alice Cooper selbst ins Leben gerufen. In den frühen 1970-Jahren trafen sich in einer Bar auf dem Sunset Strip in Los Angeles immer wieder die gleichen Rockstars, "immer die gleichen Typen" zum Trinken, so Alice Cooper. Irgendwann entstand daraus dann im Rainbow Bar & Grill die Band Hollywood Vampires. "Es gab nur eine Regel, wie du dem Club beitreten konntest: Du musstest ein anderes Mitglied unter den Tisch saufen."

Und mit wem hat Alice Cooper dort nicht alles gezecht: Janis Joplin, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Keith Moon, T. Rex, Ringo Starr – und auch John Lennon schaute dort ab und zu vorbei. Seitdem geben sich die Superstars für die Hollywood Vampires die Klinke in die Hand – ob auf der Bühne, als Produzenten oder Songschreiber. Selbst der Ober-Vampir, und vermutlich der größte seiner Art, Christopher Lee, flog für einen besonderen Moment mit den Hollywood Vampires: Für das Album von 2015 sprach er höchstpersönlich das Intro, kurz vor seinem Tod.

Für das Münchner Publikum hatte Alice Cooper dann noch eine besondere Verabschiedung im Gepäck: "We are the Hollywood Vampires and we love Bavarian blood!"

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Autor: Nadja Gharany