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The Anatomy of Frank: Ein Album für jeden Kontinent

The Anatomy of Frank: Ein Album für jeden Kontinent

Vor 175 Millionen Jahren waren die Kontinente, wie wir sie heute kennen, noch miteinander verbunden. Eine gigantische Landmasse, umgeben von einem riesigen Ozean. Pangea, so hieß der Superkontinent. Und "Pangea" lautet auch der Titel des Debütalbums von The Anatomy of Frank. Ihre Songs bewegen sich irgendwo zwischen Folk, Pop und Rock, "Post Pop" bezeichnen die drei selbst ihren Stil. Ihre Instrumente: Gitarre, Keyboard und Schlagzeug, daneben kommen Banjo und Glockenspiel zum Einsatz.

Statt Studio eine Farm in Ecuador

Und das Trio aus Charlottesville, Virginia hat Großes vor: Ein Album für jeden der sieben Kontinente wollen Sänger Kyle Woolard, Keyboarder Jimmy Bullis und Drummer Max Bollinger veröffentlichen. Aufgenommen selbstverständlich auf dem jeweiligen Erdteil. "North America" macht 2015 den Anfang, 2017 legen sie mit "South America" nach. Die Aufnahmen fanden auf einer Farm in Ecuador statt. Die gehört der Familie von Kyles bestem Kumpel David. 2012 war er dort zu Besuch – und so fasziniert, dass er den Freund und seinen Vater um Erlaubnis bat, hier das Album aufnehmen zu dürfen. Was natürlich klar ging.

Die Idee zum Kontinente-Konzept kam Kyle bereits während der Highschool. Er entwickelte damals eine Obsession für Antarktika, den südlichsten Kontinent der Welt. Also schrieb er Songs, die sich seiner Meinung nach "antarktisch" anhörten. Dann begann er sich für Sri Lanka zu interessieren. Und schließlich für Island.

Jedes Jahr im Winter nach Island

Die Insel am Polarkreis ist heute ein fester Bestandteil der Vita von The Anatomy of Frank. 2011 gegründet, spielt die Band jedes Jahr im November dort auf dem Iceland Airwaves Musikfestival. "Wir sind dort öfter aufgetreten als in unserer Heimatstadt", lacht der Frontmann. Den ersten Islandtrip unternahmen sie 2012. Über das Internet lernten sie isländische Acts wie Myrra Rós, Svavar Knútur und die Band Árstíðir kennen. Man freundete sich rasch an, traf sich in Reykjavík, seitdem reist die Band regelmäßig in den hohen Norden.

Kein Wunder also, dass Kyle, Jimmy und Max planen, ihr nächstes Kontinente-Album "Europe" ebenfalls dort aufzunehmen. "Wir kennen so viele Musiker in Island, haben dort Freunde, die wir ausnutzen können", lacht Kyle. Genug Material ist vorhanden, um die 30 Songs hat der Frontmann bereits geschrieben.

Was kommt nach den 7 Kontinenten?

Und was machen die drei, wenn sie mit allen sieben Kontinenten durch sind? "Dann eröffnen wir ein Studio auf dem Mond", witzelt Jimmy. Und schiebt auch gleich die nächste Idee nach. "Wahrscheinlich sollten wir uns danach die Ozeane vornehmen. In einem Studioboot auf dem Wasser." Und Kyle ergänzt: "Wir haben nicht wirklich die Befürchtung, uns könnte der Stoff ausgehen."

Was machen die US-Jungs, wenn sie nicht gerade durch Europa touren oder ihre Lieblingsinsel Island besuchen? "Max und ich machen Leute betrunken", so Jimmy. Beide arbeiten zu Hause als Barkeeper. "Und Kyle baut ein Haus und schreibt freiberuflich für Online Blogs und Websites." Ihr Traum: eines Tages von der Musik leben zu können. "Es wäre schon toll, wenn man sich rund um die Uhr damit beschäftigen könnte."

Wer The Anatomy of Frank live erleben will, kann das aktuell tun. Noch bis Mitte Dezember tourt das Trio derzeit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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Autor: Simone Jung