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Happy Brithday, Andy Warhol!

Wissenswertes über Andy Warhol

Happy Brithday, Andy Warhol!

Andy Warhol wird 90 – oder besser – wäre heute 90 geworden. Oh-so-famous.de nimmt das als Anlass, einen Blick auf seinen aufregenden Werdegang zu werfen und präsentiert einige Fakten über den "Pop-Artisten", von denen Sie vielleicht noch nicht wussten.

Die ersten Schritte: Wie der junge Andrew zur Kunst kam

Andy Warhol wurde am 06.08.1928 als Sohn tschechoslowakischer Einwanderer in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren. Allerdings kam er nicht als Andy Warhol zur Welt, sein Geburtsname lautet Andrew Warhola. Er wächst in sozial schwachen Verhältnissen auf. Als Warhol acht Jahre alt ist, erkrankt er an Veitstanz, einer neurologischen Erkrankung, die ihn für längere Zeit ans Bett fesselt. Um sich die Zeit zu vertreiben, fängt der junge Andrew an Comics zu lesen und Filme anzusehen und entwickelt schnell eine große Begeisterung für Medien. In seinem bettlägerigen Zustand beginnt er auch selbst zu zeichnen und aus ausgeschnittenen Papierfiguren Collagen zusammenzustellen. Zuerst nur eine kleine Leidenschaft, versteht Andrew sein Hobby bald als seine Berufung und fasst den Entschluss, Künstler zu werden. Er studiert Gebrauchsgrafik am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh und graduiert in den Fächern Malerei und Design. Um 1950 zieht er nach New York, dem Schmelztiegel der kreativen Szene in den USA, und arbeitet als Werbegrafiker für verschiedene Zeitschriften. Er knüpft viele Kontakte und macht sich einen Namen in der Szene. Er ist gut in dem, was er tut und weiß sich und seine Arbeit zu vermarkten. Anfangs nur seine Grafiken, später seine Kunst.

Warhols Kunst

Um diese Zeit in den 1950er Jahren wird aus Andrew Warhola, dem Sohn einer Einwandererfamilie, der Künstler Andy Warhol. Im Wirtschafts-Boom der Nachkriegsjahre entwickelt er seine Idee der Kunst und wird zusammen mit Künstlerkollegen wie Roy Lichtenstein nach anfänglichen Misserfolgen Anfang der 60er zu einem der angesagtesten Newcomer der Pop-Art-Szene. Wer heute an Pop-Art denkt, hat ein Bild von Andy Warhols Arbeiten vor Augen: Fotos von Marylin Monroe und Drucke von Campbells-Suppendose oder Cola-Flaschen macht er in seinen Werken zu seriellen Motiven. Kunst und Kommerz, das waren immer strikt getrennte Welten in der Kunst gewesen. Warhol ist derjenige, der sie verbinden sollte. Um es in seinen Worten auszudrücken: "Art is business", oder "Making money is art and working is art and good business is the best art." Es gibt dabei kaum ein Werk, das Warhol tatsächlich selbst gemalt hätte. Die meisten seiner Motive stammen von den Lifestyleseiten der bekannesten Illustrierten. Er produziert seine Kunst – beinahe industriell. Früher wäre das unmöglich gewesen, doch im Zeitalter der Pop-Art und dem aufkommendem Konsumismus findet Warhol den idealen Nährboden für seine Werke.

Die wilden Jahre der Factory

Warhol eröffnet 1962 sein Atelier "The Factory", zu Deutsch: Die Fabrik. Der Name ist Programm: Kunst wird hier regelrecht produziert, in rauen Massen hergestellte Siebdrucke verlassen sein Atelier. Hier wird aber nicht nur Kunst gemacht, sondern auch ausschweifend gefeiert. Superstars wie Mick Jagger, Salvador Dalí, Jim Morrison und Bob Dylan geben sich nach durchzechten Nächten die "Factory"-Klinke in die Hand. Warhol ist kein Kind von Traurigkeit. Auch im legendären New Yorker Nachtclub Studio 54 ist er ein Stammgast, wo er kaum einen Drogenexzess auslässt. Nebenbei produziert Warhol ab Mitte der 60er noch die Band "The Velvet Underground" mit Frontmann Lou Reed, die die "Factory" als Proberaum nutzen. Ihre erste Platte produzierte Warhol komplett selbst, inklusive Cover – wegen des ikonischen Drucks heute als "Banana-Album" bekannt.

Das Attentat

Am 3. Juni 1968 verübt die radikale Frauenrechtlerin Valerie Solanas ein Attentat auf Andy Warhol, bei dem er durch mehrere Schusswunden lebensgefährlich verletzt wird. Er ist dem Tod nahe und muss für längere Zeit ins Krankenhaus. Danach zieht er sich immer weiter zurück. 1967 engagiert er sogar einen Doppelgänger, um an mehreren US-Colleges Vorlesungen für ihn zu halten – wachsame Studenten lassen sich aber nur schwer täuschen und das Schauspiel fliegt auf. Sein Leben wird immer ruhiger, konzentrierter. Aus dem Szenetreffpunkt der "Factory" wird langsam eine normale Büroetage und Warhol kommerzialisiert seine Kunst immer weiter. Jeder, der das nötige Honorar zahlt, kann sich in einem Siebdruck à la Marylin Monroe wiederfinden.

Die letzten Jahre

In den letzten Jahren seines Lebens arbeitet Andy Warhol mit verschiedenen Künstlern zusammen. Darunter Joseph Beuys, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente. Zudem beschäftigt er sich vor allem mit dem Medium des Films. Sein Tod ereilt ihn dann wie aus dem Nichts mit nur 58 Jahren: Diesmal kann er ihm nicht von der Schippe springen. Es ist eine Routineoperation an der Gallenblase, die das Leben des Künstlers am 22. Februar 1987 plötzlich beendet. Seiner Popularität tut das aber keinen Abbruch, seine Werke erfahren eher, wie das bei verstorbenen Künstlern nun mal so ist, eine enorme Wertsteigerung und sind auch heute noch gefragt wie eh und je. Durch seine Kunst bleibt er gewissermaßen lebendig und wird in seinen Werken wahrscheinlich noch viele andere Künstler überleben.

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Autor: Lukas Klaas